(R) Ich bin Tess

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Autorin: Lottie Moggach
Originaltitel: Kiss Me First
Preis: 17,95 € (Gebunden)
Seitenanzahl: 352
← ©/Verlag: script5
Erschienen: 17. Februar '14
Wertung: 3 von 5 Lesekatzen
Leseprobe: *PDF*
Kaufen? erhältlich in deiner Buchhandlung vor Ort


Vielen Dank an Script5 für das Rezensionsexemplar! (:



Würdest du dein Leben aufgeben, um das eines anderen zu übernehmen?

Leila hat Tess nie zuvor getroffen.
Doch sie weiß mehr über sie als irgendjemand sonst.

Tess hat Leila nie zuvor getroffen.
Doch wenn sie unbemerkt aus der Welt scheiden will,
muss sie Leila ihr Leben anvertrauen.

Zu Beginn ist es leicht für Leila, sich online als Tess auszugeben. Niemand durchschaut ihr Spiel.
Doch wie lange lässt sich eine solche Lüge aufrechterhalten?

Okay, nehmen wir uns einmal dieses hypothetische Dilemma vor: Eine Frau leidet an einer Krankheit, die an und für sich nicht lebensbedrohlich ist, aber ihre Lebensqualität stark einschränkt und auch nicht heilbar ist. Nach reiflicher Überlegung kommt sie zu dem Schluss, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Aber sie weiß, dass sie damit ihrer Familie und ihren Freunden großen Kummer bereiten würde und handelt daher nicht. Dennoch wünscht sie sich verzweifelt den Tod und an dieser Einstellung ändert sich auch über die Jahre nichts. Irgendwann kommt sie zu dir und sagt, ihr sei ein Weg eingefallen, wie sie ihren Plan in die Tat umsetzen kann, ohne ihre Familie und ihre Freunde unglücklich zu machen, aber dafür brauche sie deine Hilfe. Was würdest du tun? Würdest du ihr helfen?



Es war Freitagabend und das Projekt lief seit ungefähr neun Wochen.


Tess hat einen langersehnten Wunsch: Sie will sich das Leben nehmen, ohne ihrem Umfeld Kummer zu bereiten. Dabei soll Leila ihr helfen. Tess erzählt ihren Freunden und Verwandten, sie werde ins Ausland ziehen. Bis es soweit ist, wird sie Leila alle notwendigen Informationen über ihr Leben zukommen lassen. Leila soll über Facebook und E-Mail Tess' Identität übernehmen und sie am Leben erhalten, während sie heimlich Selbstmord begeht. Das Projekt ist für 6 Monate geplant.

Das Cover ist einfach fantastisch. Ich könnte es mir den ganzen Tag ansehen. Die kräftigen Farben sind ein echter Blickfang. Die Idee an sich ist sehr interessant und recht neu. Jedoch mangelte es ein wenig an der Umsetzung. Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung, wie ich das Buch nun bewerten sollte. Ich fand den Roman einerseits sehr originell, andererseits hat er doch recht viele Schwächen.

Zu Beginn kam ich mit der Protagonistin Leila recht gut zurecht. Es gefiel mir, wie sie immer wieder verschiedene Abschnitte der letzten Monate erzählt hat. So fügte sich alles langsam wie ein Puzzle zusammen. Doch sie wurde immer schwieriger und teilweise sehr anstrengend.

Sie flücht sich aus der Realität in die Facebook- und Email-Welt von Tess. Sie kann Tess nicht loslassen und beginnt, ihr Leben immer mehr zu übernehmen und ihr eigenes Leben links liegen zu lassen. Am Ende kam sie mir psychisch recht instabil vor. Das führte zwar zu einer Menge Spannung, jedoch hat mich Leila Schluss endlich etwas genervt.

Die Perspektiven wechseln immer wieder zwischen der Gegenwart (Leila in Spanien) und der Vergangenheit (das Projekt Tess). Leila verbringt somit die Hälfte der Geschichte in Spanien. Dort versucht sie herauszufinden, wo sich Tess' Leiche befindet. Ihr Aufenthalt ist für die Handlung jedoch nicht wirklich relevant. Es ist eine sinnlose Ablenkung und hat den Roman nur unnötig in die Länge gezogen. 

Leila hat zwar während ihres Aufenthalts in Spanien berichtet bzw. aufgeschrieben, wie es dazu kam, dass sie mit Tess diese merkwürdige Vereinbarung getroffen hat und wie das Ganze sich weiterentwickelt hat, aber das hätte man auch ohne den Spanienaufenthalt erzählen können. Hätte Lottie Moggach diesen Teil der Geschichte weggelassen, hätte sie genug Zeit für weitere Informationen über Tess' Vergangenheit gehabt. Sehr schade.

Dadurch kam Tess an manchen Stellen zu kurz. Tess' Familie und Freunde sahen in ihr verschiedene Persönlichkeiten. Wer war Tess wirklich? Was hatte sie alles erlebt, dass sie die Entscheidung traf, ihr Leben zu beenden? Ich hätte gerne mehr von ihr erfahren und ihre Sicht der Dinge gelesen. Doch leider war sie im Grunde nur ein Nebencharakter.
 
Fazit: Ich bin Tess überzeugt mit einer ungewöhnlichen und interessanten Handlung. Der Roman konnte mich an vielen Stellen fesseln, leider zogen sich zu viele Passagen unnötig in die Länge.



Lottie Moggach ist freiberufliche Journalistin, liebt ihre Heimatstadt London und hat ein Faible für das 18. Jahrhundert. In ihrer Freizeit spaziert sie am liebsten mit ihrem Sohn durch die Straßen der britischen Hauptstadt und träumt davon, in einem der georgianischen Häuser zu wohnen. Die Idee zu ihrem ersten Roman Ich bin Tess kam ihr vor einigen Jahren, als sie viel zu viel Zeit mit Facebook verbrachte.


 

Kommentare:

  1. Hey...
    Das Buch ist gestern bei mir angekommen. Hatte etwas früher damit gerechnet, deshalb nehme ich es mit in den Winterurlaub und lese es auf der Bahnfahrt. Ich werde am 02.03. zurück kommen und es dann am Montag in die Post geben. Ich hoffe das ist in Ordnung? Hast du mir die Adresse schon geschickt?
    Liebe Grüße
    Charly

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    1. Hei. Es ging leider nicht schneller :/
      Ja natürlich ist das okay (: Schicks einfach ab, wenn du zurück bist! (:
      Nein, noch nicht. Das kann ich jetzt machen! (:
      Liebe Grüße, Lesekatze

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    2. Hey...
      Ist ja gar nicht schlimm das es länger gedauert hat! So kann ich es jetzt ganz in Ruhe im Urlaub lesen! Bin gespannt.
      Liebe Grüße
      Charly

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